Radfahrende auf grünem Farbstreifen Katzbachstr.

Grün­be­schich­tungen

Grüne Rad­wege mit Signal­wirkung

Berlins Radwege sollen sicherer werden. Farbliche Beschichtungen bestehender Radwege tragen dazu bei: Sind die Radstreifen farblich vom motorisierten Verkehr getrennt, erhöht das die Wiedererkennung und damit die Sicherheit im Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer*innen.

Warum farbliche Markierungen?

Radfahren wird wieder attraktiver, denn auf den sichtbaren Radspuren fühlen sich Radfahrer*innen häufig sicherer. Die optische Trennung soll auch dazu beitragen, dass Autofahrer*innen und Lieferanten*innen den deutlich erkennbaren Radfahrstreifen nicht als Park- oder Halteflächen für sich beanspruchen. Die Grünbeschichtung erneuert die Oberfläche bestehender Wege, wodurch vorhandene Mängel beseitigt werden. Außerdem werden die grünen Radwege mit dem bekannten weißen Fahrradsymbol gekennzeichnet. In Kreuzungsbereichen wird rot beschichtet, um die Signalwirkung zu verstärken.

Material und Farbe von Grün­beschichtungen

Farbeimer mit verkehrsgrüner Farbe für Beschichtung von Radweg

Bei der Farbauswahl hat Berlin sich an nationalen und internationalen Städten wie Wien oder San Francisco orientiert. Der Farbton im Streckenverlauf ist Verkehrsgrün (RAL 6024). An Kreuzungen, Einmündungen, sonstigen Konfliktbereichen und an sehr stark frequentierten Grundstückszufahrten Verkehrsrot (RAL 3020). Verkehrsgrün und Verkehrsrot sind kontrastreich. Das erhöht die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer*innen.

Farblich beschichtet wird mit Kaltplastik und Epoxidharz. Die Materialien unterscheiden sich u. a. hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften, Beschaffungskosten und Belastbarkeit. So sind beispielweise die Beschichtungsarbeiten mit Epoxidharz aufwendiger und zeitintensiver. Die Trockenzeit des Produktes beträgt je nach Außentemperatur bis zu drei Tage, während die Fahrbahn bei Kaltplastik bereits nach einer Stunde wieder freigegeben werden kann. Bei einer Außentemperatur von 20°C ist die mit Epoxidharz beschichtete Fläche nach circa drei Stunden wieder begehbar und nach etwa einem Tag mit Verkehr belastbar.
Entscheidend für die Auswahl des Beschichtungsmaterials für die jeweiligen Radwege und Abschnitte sind zusätzliche Verkehrsbelastungen durch PKW- oder LKW-Verkehr. Alle verwendeten Werkstoffe verfügen über eine Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) beziehungsweise über die erforderlichen Prüfzeugnisse und Zertifikate. 

Testphase der grünen Radwege

Farbliche Beschichtungen bestehender Rad- und Schutzstreifen sollen dazu beitragen, die Wiedererkennung zu erhöhen und damit die Sicherheit für alle im Straßenverkehr zu verbessern. Um herauszufinden, ob die grünen und roten Beschichtungen das Radeln wirklich sicherer und sichtbarer machen, werden auf ausgewählten Strecken beispielsweise das Verhalten von Verkehrsteilnehmenden beobachtet, das subjektive Sicherheitsgefühl durch persönliche Befragungen bewertet und die eingesetzten Materialien geprüft. Hierzu finden Untersuchungen der Verkehrssituation vor und nach der Beschichtung statt, über einen Zeitraum von fünf Jahren.
Bei den materialspezifischen Untersuchungen geht es vor allem darum, Messungen zur Griffigkeit oder Beständigkeit des verwendeten Material durchzuführen und daraus Schlüsse für den dauerhaften Einsatz zu ziehen. Dazu wird zum Beispiel der sogenannte SRT-Wert regelmäßig überprüft, um die Rutschfestigkeit des Bodenbelags zu messen. Zwischenergebnisse zu den Vorher-Nachher-Untersuchungen liegen im Laufe des nächsten Jahres vor.

19

Kilometer Straße (ca.) wurden seit 2018 von infraVelo bereits grün markiert. Weitere folgen noch in diesem Jahr, um die Radwege in der Stadt sichtbarer zu machen.

Status und Planungen der Grünbeschich­tungen 2018/2019

2018 wurden die Arbeiten an fünf Radfahrstreifen abgeschlossen. Insgesamt wurden rund acht Kilometer durch infraVelo farblich markiert. Darüber hinaus gab es auch bezirkliche Maßnahmen. 2019 folgen weitere 11 Radfahrstreifen (voraussichtlich ca. 18 km Länge).

Streckenabschnitte im Überblick

Steckenabschnitt
Bezirk
Gesamtlänge beide Straßenseiten
Status
Friedrichshain-Kreuzberg
1.300 m
abgeschlossen
Friedrichshain-Kreuzberg
1.000 m
abgeschlossen
Steglitz-Zehlendorf
1.800 m
abgeschlossen
Neukölln
1.600 m
abgeschlossen
Neukölln
1.800 m
abgeschlossen
Pankow
ca. 1.200 m
abgeschlossen
Pankow
ca. 2.200 m
abgeschlossen
Friedrichshain-Kreuzberg
ca. 1.100 m
abgeschlossen
Pankow
ca. 2.300 m
abgeschlossen
Neukölln
ca. 3.000 m
abgeschlossen
Pankow
ca. 2.100 m 
in Umsetzung; teilweise abgeschlossen
Charlottenburg-Wilmersdorf
ca. 1.400 m
in Umsetzung
Lichtenberg
ca. 500 m
in Umsetzung
Mitte
ca. 2.600 m
in Vorbereitung
Steglitz-Zehlendorf
ca. 2.000 m
in Vorbereitung
Tempelhof-Schöneberg
ca. 900 m
in Vorbereitung

Auswahl der Straßen und Streckenabschnitte

Die Auswahl der Straßen erfolgte im engen Austausch mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) und den Bezirken, die die Straßen vorauswählten. infraVelo hat eine Befahrung und Bewertung vorgenommen. Auf dieser Grundlage wurden in Abstimmung mit der SenUVK und den Bezirken zwanzig Straßen für Grünbeschichtungen ausgewählt. Entscheidungskriterien für die Auswahl waren u. a.:

  • die Breite (> 1,50 Meter)
  • der Fahrbahnzustand
  • die vorhandene Radverkehrsführung (z. B. Sicherheitstrennstreifen)
  • die vorhandenen Entwässerungseinrichtungen
  • die ebene Fläche
  • die Neigungsverhältnisse

Ablauf der Arbeiten bei farblich markierten Radwegen

Infografik - Wie werden Radwege grün markiert?

Bevor ein Radfahrstreifen grün oder rot wird, sind verschiedene Vorarbeiten notwendig: vorhandene Fahrradsymbole und Beschichtungen in Knotenpunktbereichen werden zunächst demarkiert. Zudem wird der Asphalt – wo nötig – ausgebessert. Grundsätzlich muss für eine ausreichende Entwässerung der Fläche gesorgt sein, damit sich kein Regenwasser auf der Straße anstaut und das Material auch in ausreichender Schichtstärke aufgetragen werden kann. Dafür sind in der Regel Fräsarbeiten oder Kugelstrahlarbeiten notwendig.

Insgesamt dauern die Arbeiten – je nach Länge des Radfahrstreifens, der Wetterverhältnisse oder des vewendeten Materials – im Durchschnitt etwa sechs Wochen.

Die Durchführung ist jedoch stark witterungsabhängig: Um die Grünbeschichtung vornehmen zu können, muss der Asphalt trocken sein, die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch und die Oberflächentemperatur der Straße soll im besten Fall zwischen 10 und 30 Grad liegen. Diese Abhängigkeiten machen eine verbindliche Aussage nahezu unmöglich. Die Dauer der Beschichtungsmaßnahmen ist zudem materialspezifisch

Grünbeschichtung Radweg Kastanienallee Prenzlauer Berg Berlin

Grün­be­schich­tung

Kastanien­allee

Grüne Szene-Kiezstraße im Prenzlauer Berg

Pankow
abgeschlossen
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