Mann schließt Rad an Fahrradbügel an

Fahrrad­parken

Fahr­räder komfor­tabel und sicher abstellen

Wer sein Rad schnell und sicher parken kann, ist auch eher bereit, aufs Fahrrad umzusteigen und es für Alltagszwecke zu nutzen. Gerade wer ein hochwertiges Fahrrad fährt, wünscht sich unproblematische und gesicherte Abstellmöglichkeiten. Das Mobilitätsgesetz sieht einen Ausbau von Fahrradabstellanlagen in Berlin vor.

infraVelo arbeitet an dem Ausbau von Fahrradabstellanlagen in Berlin mit. In vielen Bezirken verbessert sich die Parksituation für Fahrräder durch verschiedene bezirkliche Maßnahmen – wie zum Beispiel den zusätzlich geförderten Fahrradbügeln – kontinuierlich. Zurzeit führen wir im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) Standort- und Potenzialanalysen an Stationen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) durch.

Das Angebot an Fahrradabstellanlagen ist vielfältig. Es reicht von einfachen und überdachten Anlehnbügeln und sogenannten Doppelstockparkern über Sammelschließanlagen und Fahrradboxen bis hin zu automatisierten Fahrradparkhäusern oder solchen mit Serviceangeboten. Die Senatsverwaltung fördert in den Bezirken vor allem zusätzliche klassische Fahrradbügel und überdachte Doppelstockparker. 

Fahrräder in Doppelstockparker

Ein Doppelstockparker ist ein doppelstöckiges Fahrradparksystem

Ein Doppelstockparker ist ein doppelstöckiges Fahrradparksystem

Standort- und Potenzialanalyse für Fahrradabstellanlagen

Um die Parksituation an Stationen des öffentlichen Personennahverkehrs zu verbessern, haben wir 2018 mit ersten Standort- und Potenzialanalysen an elf Standorten begonnen. Konkret wurden Angebot und Nachfrage an Fahrradabstellplätzen ermittelt, der zukünftige Bedarf prognostiziert sowie die Flächen für Abstellanlagen analysiert.

Geparkte Räder Nähe Schönhauser Allee

Die Untersuchung bestätigt die subjektive Wahrnehmung vieler Radfahrer*innen: An allen Stationen sind Abstellanlagen notwendig. Besonderer Bedarf besteht an sechs Stationen: An den vier Stationen S Spandau, U Rathaus Spandau, S+U Hermannstraße und S Mahlsdorf sind die bestehenden Fahrradparkplätze überlastet. An zwei Stationen sind Teilanlagen (S+U Warschauer Straße und S+U Schönhauser Allee) überlastet. Das heißt, insgesamt gibt es dort zwar ausreichend Abstellplätze, diese liegen allerdings an ungünstigen Standorten und werden nicht genutzt.

Bis zum Jahr 2030 sind an den elf untersuchten Stationen rund 6.000 Fahrradabstellplätze erforderlich. Diese Basisprognose-Zahlen ergeben sich zum einen aus dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2030. Darüber hinaus strebt das Land Berlin an, die kombinierte Nutzung von Fahrrad und ÖPNV (Bike and Ride) - als Alternative zum Auto - von drei auf fünf Prozent zu steigern. Für den Fall, dass an den Stationen Fahrradparkhäuser zur Verfügung stünden, werden diese für die Radfahrer*innen noch attraktiver. Die Nachfrage würde weiter steigen. Hierfür wurde ein Zuwachspotenzial von zirka 1.000 weiteren Plätzen ermittelt.

Themen und Inhalte der Analyse

Die Untersuchungsstandorte waren: S Grünau, S+U Hermannstraße, S+U Jannowitzbrücke, S Karlshorst, S Mahlsdorf, S Priesterweg, S+U Schönhauser Allee, U Senefelderplatz, S Spandau, U Rathaus Spandau und S+U Warschauer Straße.

Unser Team erfasste im Sommer zunächst die Bedarfe – außerhalb der Schulferien – durch eine Vor-Ort-Begehung. In einem Radius von maximal 100 Metern wurden an allen Zugängen die Parksituation allgemein, alle Fahrradabstellanlagen und ihre Besonderheiten vermerkt.

In einem zweiten Schritt wurden zentrale Fragen zu Flächen untersucht. Wichtige Fragestellungen hierbei waren: Wo stehen die Parkflächen zur Verfügung? Sind diese für die Radfahrer*innen gut und bequem zu erreichen? Wo gibt es Flächen für neue Fahrradabstellanlagen und welche Art von Abstellanlagen wäre hier überhaupt umsetzbar? Erfasst wurden auch die Eigentumsverhältnisse der Flächen. Kurzum, die Frage „Wem gehört welche Fläche“?

Darüber hinaus fanden zwischen Juni und September 2018 Befragungen von Kund*innen und Nutzer*innen der Anlagen statt. Auf dieser Basis wurden die gegenwärtigen und zukünftigen Bedarfe für das Jahr 2030 ermittelt. Darüber hinaus wurden an den Stationen geeignete Flächen für den Neubau beziehungsweise die Erweiterung der Abstellanlagen sowie Vorschläge für die Art der Abstellanlage benannt.

Im nächsten Schritt folgen 2019 konkrete Abstimmungen mit den Bezirken: Die Ergebnisse werden diskutiert, Interessenskonflikte besprochen und konkrete Maßnahmen festgelegt und in die Planung überführt. Hierbei müssen u. a. auch Hinweise der Feuerwehr und der Polizei berücksichtigt werden.

Weitere Standort- und Potenzialanalysen an rund 60 weiteren Standorten werden ab Frühjahr 2019 durchgeführt.

Digitales Buchungssystem für gesichertes Fahrradparken

Das Land Berlin will künftig ein „gesichertes Fahrradparken“ – also kostenpflichtige Fahrradabstellanlagen – ermöglichen. Dafür braucht es ein stadtweites Buchungs-, Zugangs- und Abrechnungssystem. Dazu haben wir den Bedarf und die Anforderungen an die technische und administrative Entwicklung analysiert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die öffentliche Ausschreibung des Buchungssystems im Frühjahr 2019. Radfahrer*innen werden dann in ganz Berlin alle gesicherten Fahrradabstellanlagen nutzen können.

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