Zwischen der Silbersteinstraße im Norden und der Blaschkoallee entsteht eine durchgängige, attraktive und sichere Radverkehrsverbindung auf einer Länge von ca. 2.000 Metern. Dazu werden die Straßenzüge Benda-, Britzke-, Rungius-, Hannemann- und Riesestraße bis zur Blaschkoallee schrittweise zu Fahrradstraßen umgestaltet.
Die neue Route ist Teil des Berliner Radvorrangnetzes und setzt die Ziele des Berliner Mobilitätsgesetzes um: sichere, komfortable und gut vernetzte Wege für den Rad- und Fußverkehr. Sie schafft eine direkte Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Kranoldkiez und dem Neuköllner Ortsteil Britz. Damit bietet sie insbesondere für Menschen, die täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind, eine attraktive Alternative zu den stark befahrenen Hauptstraßen Buschkrugallee und Britzer Damm.
Von den geplanten Maßnahmen profitieren alle Verkehrsteilnehmenden. Wer mit dem Fahrrad fährt, erhält mehr Platz, bessere Orientierung und ein sichereres Umfeld. Für Fußgängerinnen und Fußgänger werden Querungen einfacher und mit besseren Sichtachsen übersichtlicher. Gleichzeitig gewinnt das Quartier durch weniger Durchgangsverkehr und ein ruhigeres Straßenbild an Aufenthaltsqualität: Die Fahrradstraße wird um das Zusatzzeichen „Anlieger frei“ ergänzt. Anwohnende, Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Besucherinnen und Besucher sowie Liefer- und Wirtschaftsverkehren dürfen die künftigen Fahrradstraßen damit wie bisher nutzen.
Besonders Kinder, Familien und ältere Menschen profitieren von den Verbesserungen. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Kita, zur Schule, zum Spielplatz oder zu anderen Einrichtungen unterwegs ist, kann sich künftig sicherer bewegen. An mehreren Stellen werden weitere neue Gehwegvorstreckungen gebaut. Sie verkürzen die Querungswege und verbessern die Sicht zwischen Fußgängerinnen, Fußgängern und dem Fahrzeugverkehr. Auch an Kreuzungen werden Sichtachsen z. B. durch das Aufstellen von Fahrradbügeln freigehalten, damit sich alle Verkehrsteilnehmenden frühzeitig erkennen können. Das erhöht die Sicherheit und senkt das Unfallrisiko. Wo parkende Fahrzeuge wichtige Sichtbeziehungen beeinträchtigen, entfallen vereinzelt Stellplätze.
Zusätzlich entstehen im Umfeld von Gewerbebetrieben, Gastronomie und Schulen insgesamt neun neue Liefer- und Ladezonen. So lassen sich Warenanlieferungen und kurze Haltevorgänge besser vornehmen. Der Kreuzungsbereich Kranold- und Bendastraße wird umfassend neu gestaltet. Geplant sind unter anderem eine Lieferzone für den Markt am Kranoldplatz, übersichtlichere Verkehrsflächen und komfortablere Querungsmöglichkeiten.
Als Teil des Berliner Radvorrangnetzes erfüllen die Fahrradstraßen hohe Anforderungen an Sicherheit, Komfort und Befahrbarkeit. Deshalb erhält die Fahrbahn eine Regelbreite von 4,0 bis 4,50 Metern und wird eindeutig als Fahrradstraße markiert.
Mit der neuen Fahrradstraßenachse schließt der Bezirk eine wichtige Lücke im Neuköllner Radverkehrsnetz. Im Norden knüpft die Route über die Herthabrücke an die Fahrradstraße Ilsestraße an und schafft direkte Verbindungen zum Tempelhofer Feld, zur Hermannstraße und zur Karl-Marx-Straße. Im Süden wird sie an die bestehenden geschützten Radwege in der Blaschkoallee angebunden. So entsteht eine durchgehende und leistungsfähige Verbindung, die den Umweltverbund stärkt und den Alltag vieler Menschen in Neukölln erleichtert.