Bericht

Radschnellverbindung

Erste Routen­vor­schläge für östlichen Teil der Rad­schnell­verbindung "Ost-Route" diskutiert

Am 26. Februar stellte das Fachplanungsteam erste Untersuchungsergebnisse der Routenvarianten für die "Ost-Route" im östlichen Abschnitt vor. Rund 80 Interessierte gaben Hinweise und diskutierten mit.

Kernthema der Info- und Dialogveranstaltung war der östliche Abschnitt der quer durch Berlin verlaufenden Radschnellverbindung zwischen S-Bahnhof Landsberger Allee und U-Bahnhof Hönow. Das beauftragte Fachplanungsteam ETC Gauff Mobility, Ramboll und EIBS präsentierte die möglichen Routenvarianten innerhalb des Trassenkorridors und diskutierte diese mit den Teilnehmenden vor Ort.

Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese eröffnete die Veranstaltung und zeigte das große Potenzial für Radfahrende auf. Die "Ost-Route" und die daran anschließende "West-Route" werden Berlin auf einer Länge von insgesamt 38 Kilometern durchqueren. „Damit entsteht eine der längsten Radschnellverbindungen Deutschlands“. Die Strecke, die von der östlichen Stadtgrenze in Marzahn-Hellersdorf bis nach Spandau führen wird, wird vor allem Wohn- und Arbeitsquartiere anbinden.

Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese eröffnete die Veranstaltung im Bezirklichen Informationszentrum Marzahn-Hellersdorf

Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese eröffnete die Veranstaltung im Bezirklichen Informationszentrum Marzahn-Hellersdorf

Bezirksstadträtin Nadja Zivkovic, (Marzahn-Hellersdorf) betonte, wie wichtig es sei, Radwege verkehrssicherer zu machen, damit mehr Menschen sich trauen, auf das Rad umzusteigen. Martin Schaefer, Bezirksstadtrat von Lichtenberg, begrüßte das dialogische Veranstaltungsformat und appellierte in seiner Begrüßung an Anstand und Umgang und ein respektvolles Miteinander – in den sozialen Medien, auf der Straße und bei Veranstaltungen. „Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Es geht hier um bessere Ideen für die Stadt.“ Alle Stimmen sollen gehört werden, damit über Bezirksgrenzen hinaus, die Stadt gestaltet werden kann.

Als Zwischenergebnis der Machbarkeitsuntersuchung stellten die Fachplaner Torsten Perner und Matthias Ferber die zum jetzigen Zeitpunkt fachlich am besten bewertete Route vor. Diese und alternative Streckenführungen sowie Teilabschnitte wurden im Anschluss an den Vortrag in drei Dialoginseln anhand von Trassenplänen intensiv diskutiert. Insgesamt zeichnet sich der gesamte untersuchte Korridor durch eine hohe Einwohnerdichte und ein hohes Verkehrsaufkommen an Berufspendler*innen für die avisierte West-Ost-Achse bis nach Spandau aus. Je nach Routenverlauf werden bis zu 100.000 bis 140.000 Einwohner*innen und Arbeitsplätzen in einem Korridor von 500 Metern erschlossen. Bei den meisten Routenvarianten sei zudem eine gute Anbindung an den ÖPNV möglich.

Diskussion des 13 Kilometer langen Abschnitts in 3 Dialoginseln

Der östliche Teilabschnitt der „Ost-Route“ durch die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorfs ist etwa 13 Kilometer lang. Die Mehrheit der Teilnehmenden stimmten der besten bewerteten Trassenführung im südlichen Teil (Eldenaer-Straße – Bornitzstraße – Allee der Kosmonauten) zu, auch wenn die Führung über die Bornitzstraße eine Herausforderung darstelle. Zudem lägen einige Ampeln auf der Strecke, die die Reisezeit insgesamt wieder verlängern würden. Allerdings würden mit dieser Routenführung die meisten Potenziale erschlossen. Vereinzelt kann der Radschnellverbindungsstandard nicht eingehalten werden.

Im Abschnitt zwischen Herzberge und Blumberger Damm befürworten die Teilnehmenden die Reduzierung von einer Fahrspur für den Autoverkehr und die Einrichtung getrennter Wege für Auto-, Rad- und Fußverkehr. Eine Führung der Trasse durch den Park Herzberge oder den Wuhlepark wurde trotz naturschutzrechtlicher Aspekte – befürwortet. Bereits jetzt seien diese Strecken bei Radfahrenden sehr beliebt.

© ETC/Eibs/Ramboll, Gestaltung: Design-Gruppe

© ETC/Eibs/Ramboll, Gestaltung: Design-Gruppe

Die drei Routenbereiche:

  • Bereich 1: Landsberger Allee – Herzberge
  • Bereich 2: Herzberge – Blumberger Damm
  • Bereich 3: Blumberger Damm bis zur Stadtgrenze

Intensiv diskutiert wurden auch:

  • die Frage, ob der U-Bahnhof Hönow das richtige Ziel sei, oder ob Führungen über die Riesaer Straße bzw. Grottkauer Straße (bestehende Radroute RR8) nicht zielführender seien
  • die Erschließungspotenziale für mehr Radverkehr bei den unterschiedlichen Routenvarianten, also die Frage, welche Routenführung für Radfahrende insgesamt am attraktivsten ist
  • sogenannte Engstellen für Radfahrende, insbesondere bei den Alternativrouten
  • mögliche Konflikte an Bus- und Tramhaltestellen mit ein- und aussteigenden Fahrgästen
  • Möglichkeiten, die Landsberger Allee perspektivisch attraktiver für den Radverkehr zu gestalten
  • die Führung der Trasse parallel zur U-Bahn (nördliche und südliche Variante)
  • als dringend notwendig erachtete Anschlüsse von Radwegen an die Radschnellverbindung, um die Potenziale zu erhöhen.

Die "Ost-Route" ist die Verlängerung der "West-Route", die von Spandau bis nach Charlottenburg-Wilmersdorf führt.

Die detaillierte Dokumentation der Veranstaltung wird in den kommenden Wochen auf der infraVelo Webseite veröffentlicht.

Über den Stand zur Bearbeitung der eingebrachten Hinweise wird auf der Webseite berichtet. Die Hinweise der Teilnehmenden zum Projekt fließen in die kommenden Planungen ein.

Am 09. Dezember fand bereits eine Veranstaltung für den westlichen Abschnitt „Tiergarten – Landsberger Allee“ der „Ost-Route“ statt. Gemeinsam mit der „West-Route“, die von Spandau nach Charlottenburg-Wilmersdorf führt wird die Strecke auf 35 Kilometer durch sechs Bezirke von der westlichen bis zur östlichen Stadtgrenze führen.