
60 Prozent der befragten Gewerbetreibenden bewerten die Umgestaltung der Schönhauser Allee positiv. Die Umfrage zeigt Zustimmung vor allem zu Lieferzonen, Gehweg- und Gastronomieflächen und Radfahrstreifen.
Die Schönhauser Allee ist eine wichtige Verkehrsachse und ein bedeutender Geschäfts- und Straßenraum in Pankow. Zwischen Herbst 2023 und Frühjahr 2024 hat infraVelo den 720 Meter langen Abschnitt zwischen Eberswalder-/Danziger Straße und Gleim-/Stargarder Straße umgestaltet. Mit dem Projekt hat infraVelo die Verkehrssicherheit gestärkt. Ein breiter Radfahrstreifen, mehr Platz auf den Gehwegen sowie jetzt elf Liefer- und Ladezonen haben die Qualität für alle verbessert. Die Anzahl der Flächen für parkende Autos wurde reduziert.
Wie bewerten die Gewerbetreibenden die Veränderungen?
Zwei Jahre nach dem Abschluss der Bauarbeiten lud infraVelo im Frühjahr 2026 rund hundert ansässige Gewerbe- und Gastronomiebetriebe dazu ein, das Projekt und seine Auswirkungen zu bewerten. Umgesetzt wurde dies in einer anonymen Online-Befragung. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Planung und Umsetzung zukünftiger Mobilitätsprojekte.
An der Umfrage beteiligten sich 27 Gewerbetreibende aus unterschiedlichen Branchen, darunter Gastronomie, Einzelhandel, Gesundheitswesen und Dienstleistungen. 60 Prozent der Teilnehmenden bewerten die Umgestaltung positiv bis sehr positiv. 30 Prozent äußern sich negativ bis sehr negativ. Kritisch wird der Wegfall von Parkplätzen bewertet.
Einzelmaßnahmen erhalten überwiegend positive Bewertungen
- Der neue Radfahrstreifen erhält überwiegend positive Rückmeldungen: 44 Prozent vergeben die Bewertung „sehr gut“, weitere 30 Prozent beurteilen ihn mit „gut“ oder „befriedigend“.
- Rund zwei Drittel schätzen sowohl die Anzahl als auch die Verfügbarkeit der geschaffenen Liefer- und Ladezonen positiv ein. Jetzt besteht an elf Standorten (statt an zuvor sechs) ein ausgewiesener Raum zum Be- und Entladen.
- Drei Viertel der Befragten beurteilen die erweiterten Gehweg- und Aufenthaltsflächen als „gut“ oder „sehr gut“.
Die Mehrheit der Befragten nimmt weniger Konflikte auf den Gehwegen wahr und bewertet diese Entwicklung als Verbesserung. 44 Prozent geben an, dass sich die Aufenthaltsqualität verbessert hat. 33 Prozent sehen keine Veränderung. Kritik gibt es an den seit Jahren bestehenden Baustellen Dritter. Sie beeinträchtigen das Straßenbild im Seitenraum und belasten die Gewerbetreibenden vor Ort.
Kommunikation während Planung und Bauphase
Darüber hinaus bewerteten die Teilnehmenden das Informationsangebot während der Planungs- und Bauzeit. Ein Drittel empfand die Kommunikation als positiv. Sieben Prozent äußern sich negativ. An Einladungen zu Informationsveranstaltungen für Gewerbetreibende erinnern sich rund ein Drittel der Befragten. Ein Viertel nennt Postwurfsendungen und Befragungen zu Liefer- und Ladezonen als Informationsquellen. Häufig genannt werden außerdem Medienberichte sowie Gespräche mit Kund*innen, Nachbar*innen oder Bekannten.
Neue Möglichkeiten für die Außengastronomie
Unter den befragten Gastronomiebetrieben nutzt inzwischen etwa die Hälfte die neu geschaffenen Flächen für Außengastronomie oder plant dies künftig zu tun.
infraVelo dankt allen Gewerbetreibenden für ihre Mitwirkung. Die Ergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewertung des Projekts und liefern wertvolle Erkenntnisse für die Planung und Umsetzung zukünftiger Verkehrsprojekte in Berlin. Im Herbst folgt eine Befragung der Gewerbetreibenden zum Umbau der Grunewaldstraße im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

