
Das Kooperationsprojekt von infraVelo, FixMyCity und SenMVKU „Daten für bessere Radwege – Digitales Radverkehrsnetz“ steht auf der Shortlist in der Kategorie Service & Kommunikation. Die Preisverleihung findet im Mai 2026 in Düsseldorf statt.
Innovative Digitalisierung des Berliner Radvorrangnetzes
Das Berliner Radvorrangnetz umfasst rund 870 Kilometer (je Fahrtrichtung) und bildet die zentrale Planungsgrundlage für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Damit dieses in den kommenden Jahren zielgerichtet und auf einer soliden Entscheidungsgrundlage umgesetzt werden kann, braucht es aktuelle, verlässliche und digital nutzbare Daten. FixMyCity und infraVelo haben sich für einen innovativen und nachhaltigen Ansatz entschieden, der OpenStreetMap-Daten intelligent mit Befahrungen und 360-Grad-Kameratechnik verknüpft. Mithilfe einer Open-Source-Software und eines eigens entwickelten Algorithmus wurden diese Daten bis zum Ende des letzten Jahres intelligent aufbereitet, vereinheitlicht und in ein belastbares Datenmodell übertragen.
Das Ergebnis:
- Ein erstmals vollständig digital erfasstes Radvorrangnetz
- Laufende Aktualisierungen durch die OpenStreetMap-Community
- Offen zugänglich durch Open-Source-Software und Open Data
- Kosteneffizient und auf andere Kommunen übertragbar
Mehr Tempo für den Radverkehr in Berlin
In nur sieben Monaten wurden die bestehenden Daten aktualisiert, fehlende Informationen erfasst und ausgewertet. Die neue Datengrundlage ermöglicht künftig eine schnellere Priorisierung und damit einen zügigeren Ausbau der Radverkehrsanlagen. Damit wurden erstmals moderne Softwarelösungen, wie der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Softwareentwicklung und OpenStreetMap-Daten im Radverkehr sowie die agile Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, FixMyCity und infraVelo erfolgreich kombiniert und in großem Maßstab nutzbar gemacht. Die entwickelte Systematik ist leicht auf andere Kommunen, Regionen oder sogar internationale Anwendungen übertragbar und ermöglicht zudem eine laufende Aktualisierung der Daten für das Radverkehrsnetz. Bisher wurden diese meist einmalig und projektbezogen erhoben – ein zeitaufwendiger und wenig flexibler Ansatz, der dank der entwickelten Systematik erheblich erleichtert wurde.

„Digital – transparent – kooperativ – schnell und kosteneffizient: Das Ergebnis des digitalen Radverkehrsnetzes kann sich sehen lassen und trägt dazu bei, dass Abstimmungen und Prozesse zum Radverkehrsausbau beschleunigt und optimiert werden können. Die Nominierung durch den Deutschen Fahrradpreis motiviert uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Ausblick
Die Entscheidung über die Preisträger des diesjährigen Fahrradpreises erfolgt am 20. Mai in Düsseldorf. Je Kategorie gibt es ein Siegerprojekt, das mit 5.000 Euro prämiert wird. In der Kategorie Infrastruktur steht außerdem das Projekt „Komfortables Kopfsteinpflaster“ des NUDAFA-Reallabors aus Eichwalde im Berliner Umland auf der Shortlist, ein Projekt von infraVelo wurde nach dem gleichen Prinzip in der Hufelandstraße umgesetzt.