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Perspektiven

„Radverkehr ist wichtig, wenn es um die Mobilität der Zukunft geht.”

Interview mit Florian & Simon | 18.02.2026

Vom Studium in die Praxis: Was die Radverkehrsplanung so spannend macht, erzählen unsere ehemaligen Werkstudenten Florian und Simon im Interview. Die beiden haben im Team Verkehrswege die Arbeit von infraVelo kennengelernt.

Warum habt ihr euch für ein Studium rund um Verkehrs- und Stadtplanung entschieden?

Simon: Früher wollte ich Architektur studieren. Dann habe ich gemerkt, dass mich alles, was zwischen den Gebäuden passiert, viel mehr interessiert als die Gebäude an sich. Der öffentliche Raum zwischen den Gebäuden betrifft die gesamte Stadtgesellschaft. Und er hat viel mit Verkehr zu tun. Das finde ich spannend.  

Florian: Ich habe mich im Bachelor recht früh auf urbane Mobilität spezialisiert. Für den Master war mir die Stadtplanung aber zu weit gefasst. Das Studium an der TH Wildau hat mich angesprochen, weil es dabei um eine konkretere Planung geht, nämlich die für den Radverkehr. 

Dir war also schon klar, dass dein nächster Studentenjob mit Radverkehr zu tun haben sollte?

Florian: Ich wollte mich unbedingt bei infraVelo bewerben, als ich mein Studium der Radverkehrsplanung begonnen habe. Die Rolle, die infraVelo innehat, finde ich faszinierend: die Position zwischen Politik und Planungsbüros.  

Simon: Das geht mir ähnlich. Schon jetzt im Studium interessiert mich der Radverkehr innerhalb der Stadtentwicklung. Deswegen habe ich im Wahlpflichtbereich auch viele Kurse im Bereich integrative Verkehrsplanung gewählt. Radverkehr ist wichtig, wenn es um die Mobilität der Zukunft geht und um die Mobilitätswende. So bin ich bei der Suche nach einem Studentenjob auf infraVelo gekommen und habe mich gleich beworben.  

Ihr unterstützt unser Team Verkehrswege. Was sind eure Aufgaben?

Florian: Ich bin bei den Planungen für drei Radschnellverbindungen mit dabei. Erst vor ein paar Tagen haben wir uns eine geplante Routenführung vor Ort angeschaut. Außerdem werte ich gerade eine Lichtmessung aus. Da geht es darum, auf welchen Abschnitten der Radschnellverbindung noch bauliche Maßnahmen erforderlich sein werden, damit sie ausreichend beleuchtet ist. 

Simon: Ich habe gerade für eine Machbarkeitsuntersuchung der Radroute „Warmes Licht und kühles Bier“ des Berliner Zentrum Industriekultur Streckenabschnitte ausgewertet. Dabei geht es um die Frage, an welchen Stellen die Situation für Radfahrende verbessert werden muss. Unser Arbeitseinsatz ist recht flexibel: Da, wo das Team uns braucht, sind wir dabei.  

Florian: Das stimmt. Unsere Aufgaben sind vielfältig. Wir dürfen überall reingucken, bekommen von allem etwas mit. Ich habe auch das Gefühl, dass unsere Meinung gehört wird und wir uns wirklich einbringen können. Ich war auch positiv überrascht, wie neu und modern die Büroräume sind. Und wie flexibel wir arbeiten. 

Blick auf einen Flur mit Büroräumen und einem gläsernen Besprechungsraum.

Blick in die Büroräume von infraVelo | Foto: Grün Berlin/Birte Filmer

Wisst ihr schon, wie es nach eurem Studium weitergehen soll?

Simon: Ich möchte nach meinem Bachelor ein Masterstudium beginnen. Aber ich habe mich noch nicht entschieden, in welche Richtung es gehen soll. Ich tendiere zur Verkehrsplanung – auch später im Berufsleben.  

Florian: Ich kann mir vorstellen in dem Bereich, in dem infraVelo sich bewegt, zu arbeiten. Also gerne für das Land oder die Bezirke, nicht unbedingt in einem Planungsbüro. Ich mag diese spezielle Rolle – weil man hier auch mitentscheiden und etwas bewirken kann.

 

Das Interview haben wir 2023 geführt. Zu dieser Zeit studierte Simon an der Technischen Universität Berlin den Bachelor Stadt- und Regionalplanung. Florian ist ausgebildeter Landschaftsgärtner, studierte danach Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität Berlin und an der Technischen Hochschule Wildau den Master Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen.

Wir haben im Februar 2026 nachgefragt: Was machen die beiden heute?

Simon: Nach meiner Zeit bei infraVelo habe ich einen Master in Stadt- und Regionalplanung begonnen und arbeite parallel als studentischer Mitarbeiter für eine Abgeordnete der Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. In der Zeit nach meinem Masterstudium möchte ich gerne weiter im Bereich der Verkehrsplanung arbeiten mit dem Fokus auf nachhaltiger Mobilität. Mein Ziel ist es, dass Straßen in Städten mehr werden können als reine Verkehrsräume, sondern dass sie auch einladen zum Treffen, zum Spielen, zum gute Luft Durchatmen und natürlich dazu, aktiv und sicher unterwegs zu sein.  

Florian: Ich habe im Juli 2025 meinen Master an der TH Wildau abgeschlossen. In meiner Masterarbeit habe ich mich mit der StVO-Novelle und ihren Chancen für die Radverkehrsförderung beschäftigt. Inzwischen arbeite ich als Bezirksingenieur für Rad- und Fußverkehr im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. An meiner jetzigen Tätigkeit schätze ich besonders, dass ich Planungen eigenständig über alle Leistungsphasen hinweg betreuen kann, von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Es ist sehr motivierend, am Ende das konkrete Ergebnis auf der Straße zu sehen und zu erleben, wie sich Infrastruktur tatsächlich verbessert. Aus meiner Zeit bei infraVelo habe ich vor allem die strukturierte Herangehensweise an Planungsprozesse mitgenommen sowie die enge Abstimmung mit unterschiedlichen Projektbeteiligten. Auch das kollegiale Miteinander auf Augenhöhe hat mich fachlich und persönlich geprägt. Diese Erfahrungen helfen mir heute sehr, komplexe Projekte lösungsorientiert und praxisnah voranzubringen. 

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