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Intelligente Ampeln: Wie Wärmebildkameras Radverkehr steuern

Kirsten | 11.06.2026

Achte einmal darauf, wenn du mit dem Fahrrad am Strausberger Platz in Berlin-Friedrichshain unterwegs bist: Die Grünphase der Fahrradampel ist hier nicht starr vorgegeben und immer gleich lang, sondern flexibel. Sind viele Radfahrende unterwegs, verlängert sich die Grünzeit. Wie funktioniert das? 

Szenenwechsel auf den Campus der Technischen Hochschule Wildau. Zwei Radfahrer nähern sich einer Ampelanlage.

Am Auslegermast hängt eine Wärmebildkamera. Sie erkennt, ob sich Fußgänger*innen oder Radfahrende nähern, wie viele es sind und mit welcher Geschwindigkeit sie unterwegs sind. Das Besondere auf dem Campus: Die erfassten Verkehrsdaten werden auf einem angeschlossenen Display sichtbar gemacht. Die Studierenden der Verkehrstechnik können so direkt nachvollziehen, wie eine Ampelsteuerung die Daten nutzt und den Verkehrsfluss beeinflussen kann. 

Wie funktioniert eine intelligente Ampelsteuerung?

Eine Ampelanlage – fachlich Lichtsignalanlage (LSA) – kann natürlich nicht sehen. Damit sie weiß, wer Grün benötigt, ist sie auf Detektionstechnik angewiesen. Erst diese Technik ermöglicht eine bedarfsgerechte Steuerung: Die Ampelanlage erkennt den Verkehr und gibt bei Bedarf schneller oder länger Grün. Im Gegensatz dazu stehen fest programmierte Schaltungen. Hier laufen die Ampeln unabhängig vom tatsächlichen Verkehrsgeschehen nach einem festen Zeitplan. 

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Wärmebildkameras an 39 Ampelanlagen sind in Berlin aktuell im Einsatz. Videokameras sind bisher deutlich verbreiteter mit mehr als 700 an knapp 300 Anlagen. Daneben gibt es noch rund 100 Infrarot-Kameras an knapp 50 Lichtsignalanlagen.

Womit Wärmebildkameras punkten

Induktionsschleifen im Asphalt sind die Klassiker der Detektionstechnik und haben sich vor allem für den Kfz-Verkehr bewährt. Inzwischen kommen zunehmend kamerabasierte Systeme zum Einsatz. Die neueste Generation: Wärmebildkameras, die selbstlernende Funktionen haben und die Medien oft als „KI-Ampeln” bezeichnen. Durch maschinelles Lernen erkennen sie zum Beispiel immer besser, wie groß Gruppen – sogenannte Pulks – von Radfahrenden oder Fußgänger*innen sind. Die Ampelschaltung kann dann je nach Pulkgröße reagieren, indem sie beispielsweise längere Grünzeiten gewährt. Dies muss im Steuergerät der Ampelanlage entsprechend programmiert sein. So funktioniert es zum Beispiel am Strausberger Platz.

Lichtsignalanlage mit Wärmebildkamera, fotografiert aus der Froschperspektive

Wärmebildkamera an einer Lichtsignalanlage | Foto: infraSignal/Konstantin Börner

Der Vorteil von Wärmebildkameras gegenüber Videokameras: Sie sind genauer und zuverlässiger, da sie unabhängig von der Witterung auch bei Regen, Nebel und Dunkelheit gut funktionieren. Daher werden Wärmebildkameras immer häufiger installiert. Auch in Berlin ist der weitere Ausbau geplant. Zum Beispiel werden noch in diesem Jahr an der Ampelkreuzung von der Roedernallee, Lindauer Allee und Teichstraße in Berlin-Reinickendorf zwei Wärmebildkameras installiert, die Radverkehr erfassen. Auch an der Kreuzung der Oranienstraße und Alexandrinenstraße in Berlin-Kreuzberg ist dies geplant. An diesen Knoten ersetzt die Wärmebildkamera einen Anforderungstaster: Radfahrende müssen an der Ampel nicht drücken. Stattdessen geraten sie ins Blickfeld der Wärmebildkamera und erhalten auf diesem Wege Grün.

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Grünes Licht für Berllin

infraSignal übernimmt in Berlin Planung, Bau, Modernisierung, Betrieb und Wartung der mehr als 2.100 Ampelanlagen auf dem gesamten Stadtgebiet.

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Kirsten

Kirsten kümmert sich seit 2023 um die externe und interne Kommunikation von infraSignal – dem Schwesterunternehmen von infraVelo, zuständig für Lichtsignalanlagen. Ihren Familienalltag bestreitet die gebürtige Bochumerin per Rad & Ride und nutzt eine rote Ampel gerne mal zum Durchatmen.

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